Archiv für April 2009

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27. April 2009

Subtitel: Gewinnen Sie mit Social Technologies
Autor: Charlene Li - Josh Bernoff
Verlag: Hanser
Preis: 24,90 €
Umfang: 294 Seiten
Ausführung: gebunden, Schutzumschlag

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  • Die Autoren waren sehr fleissig und haben aus zahlreichen Quellen und Informationen für den Leser ein Bild entworfen, das es Vielen erleichtern dürfte, eine ansonsten schwer sichtbare grundlegende Änderung von Nutzungsgewohnheiten im Internet wahrzunehmen.
  • Die gemeinsame Herkunft von Li und Bernoff von Forrester Research hat es ermöglicht, an den Stellen Aussagen mit Zahlen zu untermauern, wo diese von entscheidender Bedeutung für ein “glaube ich” oder ein “glaube ich nicht” sein könnten.
  • Auch wenn das Buch sich für mein Verständnis eher an Vertreter größerer Wirtschafteinheiten richtet, bleibt die Sprache angemessen elaboriert, hebt aber nie ab oder verfällt gar zu stark in einen ansonsten oft zu ertragenden Beraterslang.
  • Vertreter mittlerer bis kleiner Unternehmen können ebenfalls Anregungen aus den Handlungsempfehlungen der Autoren ziehen. Sie sollten allerdings noch genauer auf die Relation zwischen Kosten (fix UND laufend) sowie Nutzen (kurz- UND mittelfristig) schauen.

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  • Den eigentlichen Titel des Buches habe ich im Laufe der Lektüre als eher irreführend wahrgenommen. Entgegen meinen Erwartungen werden die genannten Firmen nicht sonderlich prominent im Inhalt aufgegriffen sondern stehen lediglich als nahezu x-beliebige Beispiele eines größeren Trends. Dieses pars pro toto eröffnet vielleicht den Markt für weitere Käuferschichten, wird diese aber möglicherweise im Inhalt enttäuschen.

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  • War es wirklich notwendig, bei der ansonsten tadellosen Übertragung des Werks ins Deutsche den zentralen Begriff Groundswell nicht zu übersetzen?
  • Wie viel höher wäre der Nutzen des Buches mit einer Tabelle / einer Mindmap / einer executive summary, um SCHNELL prüfen zu können, wie relevant einzelne Module der umfangreichen Strategie für das eigene Unternehmen sein können? Schließlich hat die enge Zielgruppe der Entscheider über große Prozesse oft wenig Zeit bzw. Muße für den grundlegenden weitergehenden Wissenserwerb.

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  • Das Buch verhilft all denen zu Antworten, die sich schon immer gefragt haben, a) was es mit der zeitweise inflationär verwendeten Vokabel “social” im Zusammenhang mit dem Internet auf sich hat, b) ob sie da wirklich mitmachen müssen und c) wie um Himmels Willen sie das anpacken können. Ich habe mit großem Interesse als einen Ansatz zum Einstieg bzw. für kleinere und mittlere Unternehmen aus dem Buch herausgelesen, dass die intelligent eingebettete aktive Nutzung eines Businessblogs nach geltenden Regeln eine ausdrücklich empfohlene Lösung darstellt. Sag ich doch schon längere Zeit…
  1. Nachtrag
    Mein Feedreader lieferte zum hier besprochenen Buch eine weitere Rezension von Felix Struening, die ich zur Lektüre gut empfehlen kann.

Kindergeburtstag mit Web 2.0

15. April 2009

Ich habe mich vor einiger Zeit bereits rezensierend mit Elternkrankheiten sowie Teilen der Vaterrolle beschäftigt und komme – angeregt durch eine zielgerichtete Anfrage – hier am Beispiel einer ausgewählten Webseite auf ein Thema zurück, dass allen Eltern regelmäßig begegnet: Kindergeburtstag.

Es gibt in diesem Zusammenhang eine Reihe von Fragen, die im konkreten Fall für Kinder gelten, die Sie als Leser dieser Seite aber auch gut auf andere Gruppen übertragen können, für die es ein Webangebot gibt, das in der Regel von Dritten für sie wahrgenommen wird. Es gibt schließlich eine Reihe von Gründen, warum ein Mensch noch nicht, zeitweise nicht oder nicht mehr aktiver Nutzer Ihrer Produkte und Dienste anbietenden Webseite sein kann.

Sind Kinder bereits als wenigstens zeitweise Mitleser eingeplant?

  • Die Seite ist so aufgeräumt, dass die Konzentration auf einzelne Themen ermöglicht wird.
  • Die Verwendung aussagekräftiger Bilder als Brücke zu weiter führenden Inhalten hilft, auch mal weiter klicken zu dürfen, wenn man den meinungsstarken Nachwuchs auf dem Schoß hat.

Welche typischen Web 2.0 Elemente gibt es?

  • Eine Begriffswolke (tags) erleichtert es, auch im Wettstreit um die Mauskontrolle inhaltliche Angebote zu machen, die Elternteil und Kind ggf. gemeinsam anschauen können.
  • Eine Navigation namens „Aktuelles auf einen Blick“ verwendet Reiter, so dass gezielt und damit wieder schnell bestimmte Inhalte gefiltert werden können.
  • Es werden bereits auf der Startseite aktuelle Kommentare angezeigt, so dass man ohne großes Nachdenken weiß, dass man bei entsprechendem Wunsch auch inhaltlich mitmachen kann.

Insgesamt findet der Nutzer der Seite eine vermutlich konstant wachsende Zahl interessanter Inhalte, die einfache Möglichkeit, sich einzubringen und sich mit anderen auszutauschen. Können Sie bereits vergleichbares von Ihrem Webangebot sagen? Glückwunsch! Wenn nicht, regt Sie mein Ausflug in vermeintlich leichtete inhaltliche Gefilde als sonst vielleicht an, über die Nutzung eines Businessblogs oder einer vergleichbaren Plattform für Ihre kundenzentrierten Inhalte nachzudenken.

Hervorragend positioniert

08. April 2009

Subtitel: Wie Sie erreichen, dass Kunden Sie finden
Autor: Elke Fleing | Momo Evers
Verlag: Redline Wirtschaft
Preis: 17,90 €
Umfang: 223 Seiten
Ausführung: broschiert

Vor dem Inhalt meiner Rezension muss ich eine Befangenheit eingestehen: Ich bin in meiner Rolle als Blogger mit dickem Positiv-Vorurteil in die Lektüre eingestiegen. Schließlich hat Elke Fleing uns u.a. anno 2006 den ersten Blogkarneval ins digitale Deutschland gebracht.

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Das Titelbild ist einfach nur Klasse. Ich habe es an meiner Umgebung getestet und nur Zustimmung und Schmunzeln geerntet.

Die Autorinnen erschließen den Lesern handfeste Möglichkeiten, den real stattfindenden Paradigmenwechsel vom push- zum pull-Marketing zu gelangen, ohne ihn mit dem dafür üblichen Fachvokabular zuzuschütten.

Es wird für vermutlich viele Leser nachvollziehbar beschrieben, warum der klassische Weg der Akquise eine Sackgasse darstellen kann, deren energisches Begehen eher schadet als hilft. Und den Ausweg gibt es auch im Angebot.

Die Sprache ist insgesamt so angenehm und dabei nicht anbiedernd auf Verflachung angelegt, dass ich auf weiten Strecken kaum mehr gemerkt habe, dass ich ein anspruchsvolles Fachbuch in den Händen halte.

Die durchschnittlich 8 Seiten für jedes vorgestellte Marketing-Instrument sind ausreichend, um dessen Nützlichkeit für die eigene Arbeit einzuschätzen und dann fallweise gezielt weiter zu recherchieren. Diese für den Leser auswählende Selbstbeschränkung verhindert das Aufkommen von Langeweile wg. sonst gern mal ausgewalzter weglassbarer Details.

Die jeweils an das Ende eines Kapitels gesetzten “Mehr zum Thema” Hinweise ersparen einiges an Blätterei.

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Für eine weitergehende Arbeit mit dem Buch hätte ich mir noch ein vollständiges Literaturverzeichnis am Ende gewünscht, um nicht grübeln zu müssen, in welchem Kapitel das wohl stand.

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Ich habe nicht verstanden, ob und wenn ja welche Gründe es gibt, die Aussagen über eine normale Webseite (unter Nutzung eines CMS) von denen zum Weblog zu trennen bzw. so weit auseinander zu  stellen.

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Das Buch erklärt fundiert und in leicht lesbarer Sprache, warum alte Pfade der Vermarktung an Grenzen oder sogar ihrem Ende angelangt sind und wie man sich in der neuen Zeit zu Recht findet. Die Angebote zum Einstieg in diese neue Kultur der geschäftlichen Interaktion laden zum Mitmachen ein und sind somit in meinen Augen nützlicher als diverse Marketingbücher, die jeder arme Student der Wirtschaftswissenschaften laut Lehrplan derzeit über den Kopf gezogen bekommt. So machen Fachbücher (jedenfalls mir) Spaß!

  1. Wenn ich schon über eine weitere Rezension eines anderen (Buch-)Autoren stolpere, empfehle ich doch gern den Artikel von Volker Remy.