Archiv für März 2008

Achtung: nicht-redaktioneller Inhalt

20. März 2008

Mein morgendliches rss-Prüf-Auge blieb in einem mediacoffee Beitrag von Klaus-Peter Frahm an der Vokabel “nicht-redaktioneller Inhalt” hängen, die mir den Tag lang nicht aus dem Kopf gegangen ist. Bin ich der einzige Businessblogger, der sich im Zusammenhang mit diesen Aussagen fragt, wie das wirklich gemeint ist?

  • Ist eine mitschwingende Konotation nicht die, dass nicht-redaktioneller Inhalt etwas minderwertiges sei?
  • Erhöht das nicht - gewollt oder ungewollt - redaktionell gebundene Inhaltsproduzenten gegenüber anders organisierten?
  • Gewinnen nicht seit Jahren gegenüber Print, Bewegtbild und in der Sprachübertragung die sogenannten nicht-redaktionellen Inhalte in Blogs, Podcasts und Videocasts auch in hohem Maße, weil die herkömlichen vermeintlichen Qualitätsprodukte Zeitung, Radio, Fernsehen z.B. unter galoppierenden Fehlerzahlen wegen Aufgabe einer echten Schlußredaktion oder eines vernünftigen Lektorats, Inhalten vorbei an den wahren Interessen der Rezipienten und anderen systemimmanenten Mängeln leiden?
  • Wählen nicht inzwischen immer mehr Veröffentlicher freiwillig und bewusst den Weg heraus aus den Zwängen einer Redaktion, um sich nicht mit leicht verdaulichem Mainstream sondern mit persönlich als relevant eingestuften Themen auch kleingranularer Natur beschäftigen zu können?

Es ist nicht nur Stilmittel, dass ich hier Fragen gestellt habe. Ich habe die Antworten nicht und hätte sie gern. Außerdem trage ich gern dazu bei, dass es einen Austausch von verschiedenen Vorstellungen gibt, indem Aussagen verschiedener Quellen für den Leser hier zusammen laufen.

Inhaltlich verwandter eigener Artikel.

Stammkunden pflegen!

17. März 2008

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Anstalt öffenlichen Rechts sind derzeit Ziel eines in Bild und Sprache zeitweise archaisch anmutenden Streiks der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bzw. ihrer Organe. Dass die örtlichen ver.di Funktionäre mit ihrem Handeln die eigenen Mitglieder, die möglicher anderer Gewerkschaften sowie unorganisierte Mitarbeiter genauso in Geiselhaft nehmen, wie Mieter der zwangsgeschlossenen Läden auf BVG-Bahnhöfen und eine auf pulsierenden Transport angewiesene Stadt, empfinde ich als Ärgernis. Ein Kunde von bblogs.de meinte kürzlich zu mir, was es für ein schlechtes Beispiel für die Gesellschaft abgäbe, wenn (vermeintlich?) professionelle Verhandler für Gruppeninteressen derart konflikt- statt lösungszentriert arbeiteten.

Das zum noch verständnisvollen Auftakt für das bestreikte Unternehmen. Die BVG mit dem im Internet verwendeten Slogan “Es lebe Berlin.” tut nun etwas, was jeglichem klugen Marketing widerspricht. Sie bestraft Zeitkarteninhaber und zieht sich bei Fragen in Richtung Kulanz auf nicht gerade überzeugende Rechtspositionen zurück. Was ist gemeint? Zeitkarteninhaber zahlen im Voraus und haben bereits jetzt - je nach individuell genutzten Verbindungen - 10 Tage lang keine oder eine sehr eingeschränkte Gegenleistung dafür erhalten. Und was für eine Kulanzregelung bietet die BVG als Unternehmen an, das ebenso auf seinen Ruf bedacht sein sollte, wie jedes andere? Nichts. Lediglich die Gebetsmühlen-Töne einer vermeintlichen “höheren Gewalt” Streik.

Das finde ich vorsichtig ausgedrückt dürftig. Deshalb begrüße ich ausdrücklich die Prüfung der Verbraucherzentrale Berlin, in Form einer Musterklage feststellen zu lassen, was denn ein Gericht als Recht des Kunden sieht.

Für die eine oder den anderen mit dem Wunsch, der BVG ein Dokument des Unwillens zukommen zu lassen, habe ich hier einen Musterbrief für Sie abgelegt. Sie können sich den Brief dort gern herunter laden. Die dafür notwendige Schaltfläche Download finden Sie rechts in dem Kästchen, dessen oberste Textzeile “Sent to friend” lautet.

Wenn Sie meinen, dass dieser Artikel oder der Brief für Dritte interessant sein könnte, tragen Sie die Kunde bitte gern weiter!

Dokumenten-Recycling

14. März 2008

In der vagen Hoffnung, dass der gedankliche Übergang von der Überschrift zum Text etwas erleichtert wird, stelle ich mal einen mir in Erinnerung bebliebenen Schlachtruf der Programmierung hier in den digitalen Raum:

Write once, use many times. (ungefähr: Einmal schreiben, vielfach verwenden.)

Es gibt Künstler, die aus gesammeltem Schrott Kunstwerke erstellen. Das ist - unabhängig vom individuellen künstlerischen Wert der Produkte dieses Handelns - ein ökonomisch kluger Ansatz, weil Hersellungskosten niedriger sind als bei anderen Methoden. Abgefallene Bätter und Äste von Bäumen werden in einem funktionierenden Wald zu Futter oder Baumaterial für verschiene Tiere bzw. wieder zu Erde transformiert, die anderen Pflanzen Nahrung bietet.

Was hat das mit Dokumenten zu tun? Erst einmal nichts. Was aber wäre, wenn Sie ein Plakat, das Sie mit einigem Aufwand geistiger und materieller Art für eine Veranstaltung produziert haben, weiter werblich einsetzen könnten? Kann nicht das, was mit dem Plakat nur regional verbreitet wurde, im Internet viel weiter strahlen? Sind Handbücher, Werbebroschüren, Flyer, Imagemappen und zahlreiche andere Dokumente nicht viel zu wert- und aussagevoll, um sie nach ihrem “normalen” (sprich: konventionsgemäßen) Gebrauch einfach verrotten zu lassen? Und wäre es nicht schön, von Interessenten und Rezipienten dieser Dokumente vielleicht sogar Nachricht und Hinweise zu erhalten, wie gut oder verbesserungswürdig das Dokument ist?

Mit Scribd gibt es ein recht neues Werkzeug, mit dem ein sinnvolles und steuerbares Dokumenten-Recycling ermöglicht wird. Das geht ähnlich wie der Start eines Businessblogs hier im 1-2-3-Verfahren. Account anlegen, Dokumente hochladen, Nutzerrechte für Leser vergeben und publizieren. Die derzeit akzeptierten elektronischen Format finden Sie hier aufgelistet. Scribd erzeugt verschiedene Codeschnipsel für Links, mit deren Hilfe man die Dokumente je nach Bedarf samt einem Reader im so genannten iPaper Format direkt in eigene Artikel einbinden kann oder aber eine neue Registerkarte des Leserbrowsers öffnen kann. Für meinen Geschmack ist zweiteres die elegantere Möglichkeit. Um einen hinkenden Vergleich einzuführen: Es wirkt mir wenig elegant, wenn ich ein Telefonbuch vollständig in mein Notizbuch integrieren wollte.

Damit Sie mal sehen, wie das ausschaut, verweise ich hier auf ein Plakat, mit dem ich Teilnehmer des Businessplanwettbewerbs Berlin-Brandenburg aufgerufen habe, sich interviewen zu lassen. Die Handhabung von Scribd finde ich so einfach und selbsterklärend, dass ich nur auf die Schaltfläche “Fullscreen” hinweisen möchte, mit der Sie von einer ggf. kleineren Darstellung auf die volle Ausnutzung Ihres Bildschirms umschalten können.

Wirklich nützlich “im Inneren” von Scribd sind eine Rechteverwaltung, bei der von creative commons bis zu klassischem Copyright die Lizenz eingestellt werden kann, unter der Sie Ihr Dokument veröffentlichen wollen. Ebenso können Sie entscheiden, ob und ggf. in welchem Format ein Leser das Dokument auch herunterladen darf. Und mein derzeitiger Favorit ist ein Zähler, der mir sagt, welches meiner in Scribd liegenden Dokumente wie oft aufgerufen wurde.

ungeordnete Anwendungsmöglichkeiten, die mir sofort einfallen:

  • Handbücher-Archiv für verschiedene Releases / Jahrgänge bestimmter Produkte
  • Arbeitsproben / Arbeitsmappen für darstellende Berufe
  • Lebenslauf zu Bewerbungszwecken
  • Protokoll-Archiv für Veranstaltungen
  • Vortragssammlungen von Kongressen
  • Probekapitel von Büchern