Archiv für Februar 2008

bautec 2008

21. Februar 2008

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Nachdem ich - an mir leider entfallener digitaler Stelle - über ein Quiz einen Gutschein zum Besuch der KombiMesse bautec / Build IT / SolarEnergy gewonnen habe, war ich heute einige Stunden dort und staunte schon mal nicht schlecht, wie viele Hallen des Berliner Messegeländes da munter bestückt waren.

Für jemanden wie mich, dessen geschäftliche Sozialisation in den achtziger Jahren auf der weltweit größten Informatikmesse CeBIT begann, und zwar mit einem bunten Mix aus Informatikern, Hackern, Ingenieuren und denen, die einfach zu der damals noch jungen deutschen Softwarebranche gehören wollten, war diese Baumesse schon mit einigen optischen Auffälligkeiten gespickt.

Die Berufskleidung der präsentierenden Standbevölkerung reichte von traditioneller Kluft über andere funktionale Arbeitskleidung, zuweilen abenteuerliche Mixe aus Geschäfts- und Freizeitkleidung (Jeans + Jackett kann nicht jeder gleich gut tragen!) bis hin zum mal angemessenen und mal etwas aufgesetzt wirkenden Businessdress in edlem Zwirn. Das ist schon verständlich, wenn so unterschiedliche Dinge wie z.B. spezielle handwerkliche Ausbaudienstleistungen und Software zur Projektverfolgung angeboten werden. Ähnlich bunt ging es auch beim Publikum zu, wo ich u.a. Praktikum oder Ausbildungsinspiration suchende Schüler, pfiffige Gesellen, Häuslebauer und Mitbewerbsbeobachter sicher ausmachen konnte.

Eine nette Auffälligkeit war auch, dass Stände mit ordentlichem eher Männern zugerechnetem Spiel- äh Werzeug mit ordentlichem Dröhn-, Brumm- und Schredderfaktor mehr (schauendes) Publikum hatten als solche mit eher materialtransformationsfernen Inhalten. Ich ahne zwar, dass das wenig Einfluss auf die Zahl gemachter ernsthafter Kontakte oder Abschlüsse hat, aber putzig ist es schon, wenn zwei Herren auf der Bühne Staub erzeugen, diesen durch den Einsatz eines tollen Gerätes gleich wieder verschwinden lassen und eine Traube Menschen schaut zu, als hätten Sie noch nie einen Staubsauger gesehen, der hier nur zufällig mit einer anderen Funktion kombiniert eingesetzt wird.

Und ich habe mich als persönlichen Messehöhepunkt mit einem sehr interessanten handwerklich / künstlerisch arbeitenden Mann unterhalten, der aus meiner Sicht ein wirklich guter Geschichtenerzähler sein könnte, um meinem Dauerbrenner-Artikel zum Thema Handwerker zu Bloggern? hier das praktische Beispiel folgen zu lassen. Ich überlege mir, ob und wie ich sein Interesse dafür wohl wecken könnte. Ob er die Geschichte der Firmenentstehung hier mal zum besten geben mag? Oder die eine oder andere Entwicklung entstandener individueller Kundenobjekte schildern mag? Da gab es bestimmt Irrungen, Wirrungen, zu fällende Entscheidungen, besondere Freuden, gelegentlichen Ärger und oft glückliche Kunden. Will man das nicht erfahren statt nur einen Flyer in den Händen zu halten? Ich fände das ja hochspannend… Vielleicht gibt es da später mehr zu berichten.

P.S. Gut, dass unser sechsjähriger Sohn nicht weiss, dass ich völlig blind für riesige mietbare Baufahrzeuge und Bagger an diesen vorbei gestürmt bin…

10 Euro Marketingetat …

15. Februar 2008

… stimmt zar nicht ganz, aber Ihre Vorstellung von Marketing und den dazu notwendigen Ausgaben könnten durch die Lektüre des folgend besprochenen Buches schon ins Wanken geraten.

Autor: Bernd Röthlingshöfer
Titel: Mundpropagandamarketing
Untertitel: Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht

Erschienen ist das Buch im dtv, wo man in der Reihe Beck-Wirtschaftsberater noch andere handfeste Antworten auf praxisnahe Fragen zusammen getragen hat, die es für nur 10 Euro pro Band gibt.

Bernd Röthlingshöfer arbeitet mit zahlreichen gut ausgewählte Beispielen, die den Leser unabhängig vom Vorkenntnisstand schnell in die Materie hinein ziehen. Die aus Autorensicht offenbar notwendige Wissenschaftstheorie wird nach dem Muster

  • prägnante Überschrift
  • auf den Punkt gebrachte Erklärung in allgemein verständlicher Sprache
  • knackiges Fazit

verabreicht. Das finde ich gut und es hebt für mich hervor, dass es nicht wirklich notwendig ist, sich zu tief mit den vielen Theorien am Markt herum zu plagen. Vielmehr kommt es immer wieder auf die Antwort folgender Frage an: Wie nutze ich das am besten für mein Unternehmen?

Bezeichnend und überzeugend zugleich finde ich, wie das prominente Beispiel des Saftblogs eingeflochten wird. Zuerst gab es dort den Blog, dem ein Onlineshop folgte. Dieser generiert inzwischen 4% des Umsatzes und insgesamt sind seit Start des Blogs 30% Umsatzplus erzielt worden. Schön ausgewählt finde ich das dazu gesellte Zitat vom Geschäftsführer Jörg Holzmüller der Saftkellerei Walther: „Früher ging man auf den Hof, um mit Kunden, Lieferanten und anderen zu reden. Heute geht man ins Web und bloggt.“

Unter Auslassung nachrangiger Dinge, die auch noch in einer Rezension stehen könnte, biete ich mein Fazit an: Allein die Liste der „Elf Gründe, warum Sie bloggen sollten“ ist aus Sicht des Businessblogbringers den Buchpreis wert.

Eine kleine Frage - mit Pointenversuch - jedoch bleibt noch an Bernd Röthlingshöfer: Will er mit dem für meinen Lesegeschmack harten Übergang vom letzten Kapitel zu den Literaturhinweisen das liber interruptum schaffen oder niederschwellig an die Missing Manuals Reihe vom Verlag O´Reilly anknüpfen? Wenn das mal kein Grund unter Rezensenten und anderen ist, darüber zu reden. oops, die nächste Mundpropagandawelle…

Expertenranking vom Businessblogbringer auf rankaholics.de

13. Februar 2008

rankaholics.de als Plattform für Rankings mit dem Slogan Wir listen die Welt bietet - nach meinem aktuellen Verständnis - seinen Nutzern die Möglichkeit, Rankings und Abstimmungen zu unterschiedlichsten Themen anzulegen und sie der Gemeinschaft zum lesenden Amusement und zur Diskussion zu stellen. Dabei geht es oft um eher massenkompatible und unterhaltende Themen wie z.B.

  • Die größten deutschen Kabarettisten
  • Die beste Kaffeebohne
  • Die peinlichsten und nervigsten deutschen “Promis”

Daneben hat man begonnen, Experten zu Rankings einzuladen, die auch für unternehmerisch denkende Nutzer interessant sein können. Ich wurde freundlicherweise eingeladen, etwas von meiner Expertise zum Thema Businessblogs im dort üblichen Format mit vielleicht etwas spitzeren Bemerkungen und ein wenig mehr Theaternebel als bei einer üblichen Geschäftspräsentation zur Verfügung zu stellen. Zum einen habe ich das gern getan, weil das einfach Spaß macht und zum anderen möchte ich gern herausfinden, ob mein Beitrag auf rankaholics.de Leser dazu animiert, diese Seiten hier zu lesen. Hier finden Sie bei Interesse mein Expertenranking mit dem Titel Die größten Irrtümer zum Thema Business-Blogs.

Die Moral für den einen oder anderen mitlesenden Businessblogger (oder Drübernachdenker) könnte sein: Woran erkenne ich, ob eine auch unüblich wirkende digitale Umgebung geeignet ist, MEINE gewünschten Leser zu erreichen? Mutig ausprobieren, wirken lassen und das Ergebnis beobachten.

Ich bin sehr gespannt!